TeX Formulas

Montag, 16. September 2013

Apfelwahl

Hey Pacerland,

es ist an der Zeit mal wieder ein paar Zeilen über drei ganz spezielle Ereignisse zu schreiben. Zum einen habe ich schon vor einiger Zeit drei kleine Freunde gefunden. Und ich meine nicht die Abrafaxe, wie einige jetzt vielleicht gleich denken, sondern drei Kräuternäpfchen, mit Basilikum, Petersilie und Schnittlauch. Eventuell sollte der Leser kurz über das Wort "Näpfchen" nachdenken. Es ist lustig. Jedenfalls entwuchsen die drei ihren Behältern und ich dachte mir ein kleiner Balkonkasten ist das richtige neue Zuhause. Gesagt, getan. Damit habe ich dieses bewegende Thema aber nun wirklich erschöpfend abgehandelt.

Drei kleine Näpfchen.
Ein großer Napf.

Ein weiteres Großereignis ist die diesjährige Wahl unseres Parlaments. Nun sieht die deutsche Verfassung vor, dass alle vier Jahre die Menge des Volkes ganz offiziell Sympathiepunkte an die sich dieser Prozedur stellenden Parteien verteilt. Das hat zwar nur bedingt etwas mit der tatsächlichen Politik der nächsten Legislaturperiode zu tun, aber unsere Brust schwillt dennoch voller Stolz an, wenn wir von unserem aktiven Wahlrecht Gebrauch machen dürfen. Und wie es sich für einen guten Staatsbürger der Bundesrepublik gehört, habe ich die Briefwahlunterlagen bestellt, mein Kreuz bei der "Naturwissenschaftlichen Partei Deutschlands" gemacht, den Brief unzureichend frankiert und dann abgeschickt. Es folgt ein Beweisfoto.

Die Farbe des Briefkastens spiegelt eine der vielen Wahlmöglichkeiten wieder.

Und zu guter Letzt ist etwas wunderbares passiert. Beim gestrigen Lebensmitteleinkaufsbummel sind wir wie jedes Wochenende am Wolfe Tone Square vorbeigekommen. Dieser  Platz gleich neben der Fußgängerzone wird von mir immer eines kurzen Blickes bedacht, in der Hoffnung dort wieder die orangefarbenen Mädchen zu entdecken, welche vor einigen Wochen kostenlos Fantadosen verteilt haben. Denn Limo schmeckt mir gut. Aber diesmal waren zwar einige Zelte aufgebaut, aber nix war orange. Nichtsdestotrotz war der kleine Abstecher sehr lohnenswert.

Das Dublin Harvest Festival 2013 bot viel Information zu verschiedenen Community Gardens in Dublin und anderen Organisationen. Besonders bemerkenswert war der Stand von STOPFoodWaste. Diese Bewegung behauptet, dass in Irland ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen werden. Das klingt sehr erstaunlich, zumal ich vermute, dass das Wegwerfen des Kriebses eines Apfel nicht mit dazuzählt. Man erinnert sich sofort eines Freundes aus Binghamton, der schon damals 2003 aus ökologischen Gründen mit der Trendsportart Dumpster Diving liebäugelte. Damals erschien mir das etwas übertrieben, aber ein Drittel ist ne Menge zu Essen. Das ist beispielsweise einer von drei Äpfeln, womit ich schon beim nächsten Thema bin.

Ein weiterer Stand hat Äpfel verteilt. Nicht die vom Pferd, sondern die vom Apfelbaum. Und zwar aus großen Wannen. Man konnte soviel mitnehmen wie man wollte, was ich dann auch kurzentschlossen tat. Nach einer kurzen Verschniedelungsaktion am heutigen Sonntag wurden zwei Töpfe mit Kompott auf den Herd gestellt. Allerdings hat es nicht ganz so geklappt wie ich es aus dem elterlichen Haushalt kannte. Die Schniedel zerfielen nämlich deutlich schneller als gedacht und die einzig verbliebene Alternative war Apfelmus. In Ermangelung einer flotten Lotte musste das Haushaltsieb und eine Kelle herhalten. Es funktionierte auch ganz prächtig und nun stehen ein paar Behälter mit Apfelmus und -saft auf dem Fensterbrett.

Apfelprodukte zum Ärgernis unserer frischluftnächtigenden Nachbarn.

Ich hoffe nach einer so langen Blogpause ist das nicht zu viel Text, und der eine oder andere hat bis hierher gelesen. Also viele Grüße an alle.

Bisdenn,
Schaanie

Montag, 15. April 2013

Chopping Peter Hedgehog

Hey Pacerland,

was ist denn der "Chopping Peter Hedgehog"? Das haben sich meine Kollegen heute auch gefragt als ich ihnen erklärt habe, dass ich ab und zu doch mal ein Hackepeterbrötchen vermisse und auch auf kulturelle Besonderheiten wie den eben genannten "Hackepeterigel" hingewiesen habe. Dabei musste ich feststellen, dass der Verzehr von rohem Fleisch keine internationale Norm zu sein scheint und Bilder wie diese Google Bildersuche nicht bei jedem ein "Ach wie süß!" auf die Lippen zaubern.

Weiterhin kann ich den Versuch dokumentieren ein deutsches Bauernbrot selbst gebacken zu haben. Es als komplette Fehlleistung zu beurteilen, wäre unangebracht.

Brot.

Brot mit Käse.

Außerdem fanden am Wochenende zwei Veranstaltungen vor unserer Haustür statt. Zum einen kam es zu einer weiteren Demonstration gegen die Einsparungen aufgrund der Krise. Ich möchte hier keine persönlichen Meinungen einbringen, aber soweit ich es verstehe, ist den Iren unter anderem die Einführung eine Grundsteuer ein ziemlicher Dorn im Auge. Weiterhin, wird lautstark gegen "Austerity" (Sparsamkeit) protestiert. Mir als Beobachter von außen sind vor allem die imposanten Pferde der Gendarmerie aufgefallen.

Polizeier zu Pferde.

Die andere Veranstaltung war die derzeitige Händelwoche, Hauptgegenstand derselben ist es, auf der Strasse Passanten anzurempeln und Händel anzufangen. Wer es vermag den anderen für 30 Sekunden mit dem Rücken auf dem Boden zu halten, kann sich ein grünes Fähnchen an den Hut stecken. Im weiteren Verlauf der Woche bringt man denjenigen besonders viel Respekt entgegen, die viele Fähnchen auf ihrem Kopf vereinigen können. Ein lustiges Spiel also.

Natürlich war der letzte Absatz nur Spaß. Es geht vielmehr um Georg Friedrich Händel, der für einige Zeit in Dublin weilte und hier auch in direkter Nähe der Christchurch Cathedral sein Oratorium "Messiah" uraufführte. Bei einem kostenlosen Open-Air-Konzert am historischem Platze haben wir ein paar Minuten zugehört.

Den Abschluss soll wieder einmal ein Essensbild bilden. Diesmal der "Einschluchtenstaudamm", der den Blumenkohlwald vor den wogenden Nudelmassen schützt.

Einschluchtenstaudamm.

Damit wünsche ich allen eine wundervolle Woche,
Schaanie

Sonntag, 7. April 2013

Kartoffelwohnung

Hey Pacerland,

es ist schon ein paar Wochen her, aber ich habe noch einen besonderen Leckerbissen für euch. Und zwar nicht im übertragenen Sinne sondern ganz wortwörtlich. Ich lasse das folgende Bild die Geschichte erzählen:

Kartoffeln, Kartoffeln, Kartoffeln.

Ein weiteres Kurzanliegen von mir ist der Konsum. Und ich meine damit nicht die DDR-Handelskette oder den Verbrauch von Gütern im Allgemeinen, sondern  ich möchte eine Supermarkterfahrung teilen. Ich habe heute im Online-Angebot von Tesco Kloreiniger gesucht. Wieso in aller Welt gibt es 27 verschiedene Produkte? Einige davon unterscheiden sich noch nicht mal im Preis. Ich bin jedenfalls regelmäßig von dieser Situation überfordert.

Und da ich heute ein wenig Zeit übrig hatte, habe ich unsere Wohnung ausgemessen und verinternetted. Das Ergebnis seht ihr in folgendem Bild. Es sind sage und schreibe 35 Quadratmeter, wobei der eine Quadratmeter im Kabuff wohl nicht so ganz zu zählen ist.

Geräumige, modern ausgestattete 2-Zimmer-Wohnung in exquisiter Lage.

Unter dem angebenen Link könnt ihr auch im 3D-View durch die Wohnung laufen. Das hat bei mir nicht so ganz geklappt, was mich an das Jahr 1996 erinnert hat, als ich das erste mal einem dreidimensionalen Computerspiel gegenüber saß. Es handelte sich um Tomb Raider und nachdem in 15 Minuten Spielzeit mein einziger Kampf darin bestand mich im grau-grün-ockeren Polygongeflecht zurechtzufinden und mich nicht in einer Ecke um die eigene Achse zu drehen bis ich nicht mehr wußte wo oben und unten ist. Nunja, ich habe 3D-Spiele und die dadurch entstandene Freizeit habe ich natürlich in die Erledigung von Hausaufgaben gesteckt.

Soviel für heute, einen schönen Sonntag und bis demnächst,
Schaanie

Montag, 18. März 2013

St. Patrick's Day Parade

Hey Pacerland,

der heutige Feiertag präsentiert sich wenig einladend. Mit 5° Celsius im Außenbereich, leichtem Nieselregen und einem Himmel der sich vollständig in gedecktem Grau präsentiert, entscheide ich mich für einen weiteren Beitrag in diesem Blog.

Dabei möchte ich vor allem berichten, wie ich den St. Patrick's Day verbracht habe, der auf den 17. März und somit den gestrigen Sonntag fiel. Das ist auch der Grund, weshalb heute ein sogenannter "Bank Holiday" ist. Im letzten Jahr habe ich einen dieser völlig unerwarteten Feiertage auf Arbeit verbracht und konnte somit testen, ob man wirklich jederzeit ins Büro kann. Aber Erfahrungen sind ja dazu da, dass man dazulernt.

Um beim Thema Erfahrungen zu bleiben musste ich an diesem Wochenende feststellen, dass am St. Patrick's Day die Mehrzahl der Menschen auf den Strassen tatsächlich lustige grüne Mützen oder ähnliches tragen. Überhaupt ist die von mir sehr geschätzte Farbe grün in den letzten Tagen sehr präsent. Nicht dass ich auf folgendem Bild einen Unterschied sehen würde, aber Jessy hat mich darauf hingewiesen, dass die Christchurch grün angeleuchtet wird. Ich fragte mich natürlich sofort, wie sie eigentlich sonst angeleuchtet wird? Weiterhin gab es an diesem Tag weltweit viele Sehenswürdigkeiten die ebenso in Szene gesetzt wurden.

Christchurch Cathedral am Vorabend des St. Patrick's Day.

Da ich den eigentlichen Höhepunkt des Feiertages, die Parade, im letzten Jahr aufgrund eines Heimaturlaubes verpasst habe, wollte ich sie mir diesmal nicht entgehen lassen. Einige der Schlüsselszenen sollen im Folgenden anhand von Digitalfotographien veranschaulicht werden. Im Allgemeinen blieb mir Sinn und Zweck des jeweiligen vorbeifahrenden Objekts verborgen. Die Parade läßt sich grob in drei Kategorien einteilen:

1. Polizei, Militär und Feuerwehr
Nicht nur die entsprechenden Irischen Organisationen waren vertreten, sondern auch ihre Gegenstücke aus etlichen Ländern mit irischer Immigrationsgeschichte. 


Riesiger Irischer Wolfshund der Dubliner Feuerwehr.

Vorbeimarsch der Irischen Marine.

2. "Lustige Kostüme"

 Diese Kategorie lässt sich nur schlecht beschreiben, deshalb hier zwei exemplarische Bilder. Wenn es hier eine politische oder anderswie geartete Botschaft geben sollte, dann ist sie komplett an mir vorbeimarschiert. Die ersten drei Szenen kann man auch noch mit Emotionen wie "Oh, schön bunt" oder "Was für ein merkwürdiges Ding" begleiten, aber nach einer Weile, in der die Kälte langsam die Füße hochzieht, wartet man nur noch ab, ob denn als nächstes etwas besseres kommt.

Riesiger kanadischer Pullover.

Mittellustige und nur mittelsinnvolle Kostüme. 



3. Amerikanische Marschkapellen


Insgesamt ist erwähnenswert, dass in etwa die Hälfte der Parade aus Marching Bands amerikanischer High Schools oder Universitäten bestand. Dies erklärt auch, warum Dublin mehr oder weniger komplett von amerikanischen Touristen vereinnahmt war. Leider gibt es davon weder Bilder noch Videos, aber jeder kann es sich ja so in etwa vorstellen.

Da wir den abendlichen Trubel schon am Samstag haben auf uns wirken lassen, hatte ich die glorreiche Idee am Sonntag Abend ein ganz spezielles Essen zuzubereiten. Ich wollte nämlich unbedingt kleine Fleischbällchen mit Spaghetti haben. Wer kann jedoch ahnen, dass das Formen und Rollen der nervigen Kerlchen eine sehr ermüdende Sisyphusarbeit ist. Es schmeckte jedenfalls nicht besser oder schlechter als normale Beffstecks.

Nudeln mit Fleischbällchen.

Soviel vom St. Patrick's Day Wochenende aus Dublin,
Schaanie

Samstag, 23. Februar 2013

Der Kohlkardinal

Hey Pacerland,

ein Skandal ... Demnächst ist wieder Konklave und der hochehrwürdige Kardinal Kohlnase ist nicht eingeladen. Wieso nur? Aufgrund dieser unerwarteten Demütigung hat er sich in meinen Bauch zurückgezogen. Allerdings wartet sein Bruder noch im Gefrierfach seine Chance ab. Ich hoffe er kann die ihm hinterlassenen Fußstapfen ausfüllen? Ich werde euch auf dem laufenden halten.
 
Der vergessene Kardinal.

Weiterhin möchte ich stolz verkünden, dass ich mich bei Dublin Bikes angemeldet habe. Für zehn Euro im Jahr kann ich bei einer beliebigen Ausleihstation im Stadtzentrum ein robustes Rad entnehmen, eine halbe Stunde kostenlos benutzen und dann bei einer anderen Station wieder abgeben. Das automatische Ausleihen dauert zirka 15 Sekunden und das Abgeben ungefähr fünf. Eine klasse Sache für den jungen Großstädter.

Und damit nicht genug. Wir haben eine WG gegründet. Eingezogen sind zwei äußerst humorvolle Kerle. Sie sehen sich ähnlich, jedoch hat der eine drei Löcher im Kopf, während den anderen nur eines ziert. Nun ist ein WG-Streit zwischen beiden entbrannt. Es geht darum, wer die Pfefferpackung verschlucken darf, und wer mit dem Salz vorliebnehmen muss. Wer kann helfen?

Unsere neuen Mitbewohner.

Zum Abschluss noch ein kurzes Wikipedia-Zitat, welches mich sehr amüsiert hat. Insbesondere Textfluss und der hohe wissenschaftliche Anspruch stechen hervor:
"Die Böcke gehören zu den kräftigsten Tieren. Die Redensart Mit dem Kopf durch die Wand weist darauf hin. Die gewundenen Hörner können Menschen schwer verletzen. Wenn ein fremder Bock in die Herde eindringt, dann kann er oder der Bock der Herde im Zweikampf sterben." - Wikipedia, Artikel "Schafe"

Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
Schaanie

Sonntag, 3. Februar 2013

Winterrogaine

Hey Pacerland,

wie ich bereits angekündigt habe, war letztes Wochenende wieder einmal ein Rogaine. Es handelte sich um die europäische Meisterschaft im malerischen La Llacuna. Dieses befindet sich rund eine Stunde von Barcelona entfernt im katalanischen Küstengebirge. Rund um dieses Ereignis gibt es mehrere erwähnenswerte Punkte.

Wetter

Zum einen war das Wetter nahezu perfekt. Es war kein Sommer, aber im Vergleich zu Deutschland und Irland recht nahe dran. So konnten wir in Flughafennähe die Beine ins Mittelmeer baumeln lassen und während der Wanderung tagsüber war ein T-Shirt völlig ausreichend. Dazu eine wunderschöne Sonne ohne Wolken oder jedweden Niederschlag. Auch nachts war es trocken und mit Windjacke auch nicht zu kalt.

Rogaine in Katalonien 

Sportlich gesehen war es eher eine gemütliche Sache mit rund 45km in zwei Runden. Davon einmal 30km von 12 Uhr mittags bis 10 Uhr abends. Nach einer reichlichen Nachtruhe ging es dann von 6:30 früh bis 11:30 noch einmal für 15km ins Gelände. Wir haben alle Punkte die wir uns vornahmen nahezu problemlos gefunden, wobei vier davon in vollständigen Dunkelheit bezwungen wurden. Mit 117 Punkte war am Ende der 88. Platz von 94 Männerteams ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Ankunft auf dem zentralen Platz von La Llacuna.

Rogaine in Sachsen

Ihr kennt ja alle die bekannten Sprichworte: "Ein Rogaine dauert 24 Stunden", "Die Karte ist rechteckig" und eben auch "Nach dem Rogaine ist vor dem Rogaine". Aus diesem Grund möchte ich euch alle auf den 5. Sachsen Rogaine aufmerksam machen, der am 13. und 14. Juli in bzw. um Geyer herum stattfinden wird.Viele von euch kennen ja den Geyrischen Teich, die Jugendherberge "Adolf Hennecke" in Hormersdorf oder einfach nur den schönen Wald drumrum.

Egal ob ihr im Fünf-Mann-Team gemütlich 7km wandern möchtet und dabei ein bis zwei Checkpunkte holt und zwischendurch Stärkung in einer Kneipe sucht oder ob ihr 100km durchrammelt und den Sieg davontragt, Rogaining ist für jeden etwas.

Also informiert alle eure Freunde und haltet das Wochenende frei.

Kartoffeln

Es hat zwar überhaupt nichts mit Rogaine zu tun, aber auch in diesem Artikel darf natürlich eine Anspielung auf des Iren zweit-liebstes Nahrungsmittel nicht fehlen. Ein Kollege hat im Supermarkt folgenden Artikel gesehen. Demnächst auch im Angebot: Softeis mit Kartoffelbrei und Hot Dog mit Klößen. 

Tiefkühlpizza mit Kartoffeln.

Da ich nun wohl etwas viel Text geschrieben habe und der ein oder andere bestimmt schon eingenickt ist, lasse ich es gut sein und wünsche euch einen geruhsamen Sonntag und 10. Advent.

Schaanie

Montag, 21. Januar 2013

Den Januar in seinem Lauf ...

Hey Pacerland,

das wird heute eher ein kleines Sammelsurium an Dingen, die ich teilen möchte.

  • Abendliches Feuer


Letztes Wochenende waren Jessy und ich im IKEA Markt am Nordrand von Dublin. Die Bushaltestelle war zirka 400m vom Eingang des Marktes entfernt und man musste ein kleines Gebiet von Einfamilienhäusern passieren, um dahin zu gelangen. Die Gegend sah eher etwas mittel aus. Soweit, so gut. Auf dem Rückweg jedoch war es schon finster und wir kamen zuerst an einem brennenden Haufen mit Müll vorbei. Gleich darauf begegnete uns eine Gruppe von drei zwölfjährigen Jungen, die zu Pferde (oder eher zu Pony) durchs Wohngebiet patrouillierten. Die ganze Situation mit seichtem Nieselregen und einer Portion Nebel kombiniert, wirkte etwas beängstigend. Da uns die Jungs jedoch recht freundlich den Weg zur Haltestelle bestätigten, war alles gut.

Brennender Müllhaufen vor dem IKEA.


  • Freizeitliches Puzzle 

Es wird für die meisten von euch die belangloseste Nachricht der Welt sein, aber ich habe ein Puzzle mit eintausend Teilen fertiggestellt, welches ich zu Weihnachten von meiner Freundin bekam. Ein Bewohner des Einsiedler Dorfzentrums würde jetzt laut ausrufen: "1000 Teile?! Das waren echt 1000 Teile? Nee, das gibts ne, 1000 Teile?". Aus diesem Grund hier nun das Beweisfoto.

Puzzle mit 1000 Teilen.

  • Perfekter Cord

Nach diesem völlig nebensächlichen Beitrag nun eine wichtige gesellschaftliche Frage. Ich habe hier diese wunderschöne Hose aus perfektem, samtig weichem und unglaublich kleidsamem schwarzem Cord. Ich trug sie bisher sehr gern. Aber nun hat sie in der Gegend des Schrittes etwas an Substanz verloren. Sie ist nur an dieser einen Stelle keine Cordhose mehr sondern eine "Gewebe mit Riss"-Hose. Das hat mich sehr betrübt, aber ich kann doch keine Hose weghauen die ansonsten noch perfekt aussieht und die ich vielleicht gerade mal vier Jahre habe. Nun gut, wer mir weiterhelfen kann, meldet sich bitte.

  • Dublin Bus Chaos

Ihr kennt bestimmt alle so mehr oder weniger das öffentliche Nahverkehrssystem eurer Stadt. Man hat üblicherweise eine Reihe von Haltestellen und Linien die diese Haltestellen verbinden. Dazu gibt es meist einen Netzplan der die ganze Sache mehr oder weniger übersichtlich darstellt. Das alles ist hier anders. Es gibt an die zwei Millionen Haltestellen, oftmals keine hundert Meter auseinander und einen Netzplan habe ich noch nicht gefunden.

Aber ihr denkt jetzt sicher alle, dass ich mich nur zu blöd anstelle. Deshalb hier eine Quizfrage: Wer kann die schnellste Verbindung zwischen Punkt A und B finden (http://goo.gl/maps/bQST2)? Randbedingung: Ankunft 15:00. Weder Jessy noch ich haben das bislang bewerkstelligen können.

  • Rogaine

Nächstes Wochenende werde ich zum The Wild Boar Rogaine in Spanien fahren, bzw. fliegen. Es wird wohl recht kalt, dunkel und ungemütlich. Aber ich habe es mir ja selbst so herausgesucht. Also dreht in einer Woche alle die Heizung auf und drinkt nen heißen Tee und ich verspreche auch, dass ich neidisch sein werde.

Soviel nun für diese Woche,
File Space, wie der Ire sagt,
Schaanie

Samstag, 15. Dezember 2012

Dublin Fun Facts

Hey Pacerland,

es ist der dritte Adventssamstag und ich habe bereits die heutige Aufgabe im Matheweihnachtskalender gelöst. Sie war recht einfach (denke ich zumindest). Das war jedoch nicht bei allen Aufgaben der der Fall. Beispielsweise frage ich mich immer noch wie Schüler der 11. Klasse Differentialgleichungssysteme lösen sollen. Ich habe es bisher noch nicht geschafft, aber es ist ja noch Zeit.

Um genau zu sein sind es ja noch sechs Tage bis sich der Weltuntergang zwischen mich und den Mathekalender wirft und die bisher investierte Zeit sinnlos erscheinen lässt. Aber das selbe wäre wohl auch der Fall, wenn ich stattdessen in der LUAS ein Buch gelesen oder mir ein Gedicht ausgedacht hätte, welches sich um die neunzehn an mir vorbeiziehenden Straßenbahnhaltestellen rankt.
"Die Haltestelle Fettercairn,
bis dahin nur die Städter fahrn.
Oder auch nur bis Belgard,
wenn man den Euro schnell spart."
Nichtdestotrotz, gibt es jetzt hier zwei Dublin Fun Facts:

  • Der Fluss Liffey, welcher Dublin durchschneidet wie ein gut geöltes Messer eine rote Tomate, ändert seinen Wasserstand mit den Gezeiten in der Irischen See, in die er in Dublin mündet. Ich habe zwar keine genauen Daten gefunden aber es scheint mehr als zwei Meter auszumachen.
Liffey bei Ebbe.

Liffey bei Flut.
  • Fast habe ich es vergessen. Ich habe vor drei bis vier Wochen mit einem Kollegen eine schöne Wanderung gemacht. Es ging hinauf in die Berge und als ich folgendes Foto schoss, fühlte ich mich wie einer der franziskanischen Mönche in "Der Name der Rose", als sie das Kloster in der Ferne erblicken. In der Realität handelte es sich aber um Irlands einziges Pumpspeicherwerk (vgl. Turlough Hill). 


Pumpspeicherwerk.
Soviel für heute, viele Grüße und morgen einen geruhsamen dritten Advent,
Schaanie

Sonntag, 18. November 2012

Weichnachtszeit und Apfelsaft

Hey Pacerland,

Ich habe eine geraume Zeit keine Artikel mehr ins ewig speichernde weltweite Datennetz übertragen. Ich hatte schon Angst meine Kreativität hat sich für immer im fabelhaften Reich der Programmiersprachen verschanzt. Aber heute durfte ich erfreut feststellen, dass ich mich mal wieder mitteilen möchte. 

Das Thema liegt mir sehr am Herzen, denn es geht um die vortrefflichste Zeit im Jahr, nämlich Weihnachten. Bevor ich jedoch zum eigentlichen Punkt komme, möchte ich auf nachfolgendes Foto meiner Abendspeisung hinweisen. Es ist ein klein wenig viel und ich hätte doch nur eines der winzigen chinesischen Nudelrondelle kochen sollen.

Gericht "Mt. Nudel muss dem Tagebau weichen" ist etwas aus der Hand geraten.

Die Weihnachtszeit

Ich bin ja, wie alle wissen, ein sehr großer Freund der Weihnachtszeit und das hat seine Gründe.

  • Oh, wie ist Dublin erblüht. Wie eine wunderschöne Prinzessin leuchtet und glitzert sie nach Einbruch der Dunkelheit auf beiden Seiten des Flusses. Aber wieso viele Worte verlieren, seht selbst: 

Weihnachtsstraße mit stilvoll illuminierter Dekoration. Da wird der Spaziergang in der Stadt zum Erlebnis.

Ein Wintertraum im Jervis Shopping Center. Leider konnte ich das harmonische Blinken nicht festhalten. Das ist nicht ironisch gemeint. Ich mag blinkendes Blau. Im Hintergrund ist der verschneite Elfenberg mit der Grotte des Weihnachtsmannes zu sehen. Herrlich.

Der Weihnachtsmann erklimmt an einem Seil das zweite Geschoss. Wiederum kann das Foto nicht zeigen, dass er sich tatsächlich bewegt. Wie ein echter Kletterer kennt er keine Furcht bei der Erfüllung seiner Mission. Da steht man mit offenem Mund da und kann nur staunen.

  • Ein großes Missverständnis liegt vor, wenn viele Menschen behaupten, dass unsere kommerzialisierte Welt versucht das Weihnachtsfest zu verlängern um höhere Gewinne zu erzielen. Ich mag Weihnachtssüßigkeiten. Es ist doch ganz Klasse, dass es schon im September Dominosteine und Lebkuchen gibt. Es regt sich doch auch keiner auf, dass Apfelkuchen im Frühjahr verkauft wird, obwohl da ja eigentlich die Apfelsaison schon längst vorüber ist. Ich kann da schon eher nicht verstehen, wieso nach dem eigentlichen Weihnachtsfeste schon wieder alles diesbezügliche aus den Regalen genommen wird. Die Sachen hören ja im neuen Jahr nicht plötzlich auf gut zu schmecken.
  • Ich vermisse den täglichen Apfelsaft in der Chemnitzer Mensa. Es gibt ihn wahrscheinlich noch nicht, da im Moment November ist, aber ich denke schon jetzt wehmütig daran, dass er dieses Jahr für mich ausfallen wird. Ich denke das Konzept eine geringe Menge Apfelsaft in der Mittagspause an Mitarbeiter und Studenten zu verteilen hat sich bewährt und wird sich schnell weltweit verbreiten. (vgl. http://xkcd.com/323/)

Mit diesen zufälligen Gedanken beschließe ich diesen Artikel. Gute Nacht und eine schöne Woche,
Schaanie

Irisch lernen in 17 Wochen

Lektion 5. Eine apokalyptische Welt in der jeden Monat das Fleisch eines einzelnen ständig wechselnden Tieres nicht giftig ist. Nur du selbst weißt um welches Tier es sich handelt. Diesen Monat ist lediglich das Rindfleisch sicher und du studierst die Karte im nur irisch sprechenden Restaurant sehr aufmerksam. Wie passend, dass du die fünfte Lektion deines Irischkurses noch im Kopf hast. Der Tag ist gerettet.  

Bhó - Kuh

BeispielwortgruppeAn Bhó Dhearg - Die rote Kuh

Bonuslektion


Nollaig shona dhuit - Fröhliche Weihnachten
Hört es euch unbedingt an, denn es lohnt sich. Klickt unter folgendem Link auf das kleine "Play" Symbol: Aussprache


Mittwoch, 30. Mai 2012

Re: Über die Kompliziertheit der Dinge 1

An: Thilo Leibelt (Alle anderen können diesen Blogartikel getrost überspringen)
Betreff: Über die Kompliziertheit der Dinge 1

Hey Thilo,
ich finde du packst schon wieder alles viel zu kompliziert an. Wahrscheinlich hattest du kein Whiteboard dabei als du diesen Artikel schriebst. Generell sollte man immer eines dabeihaben, denn das interne Whiteboard eines Gehirns entspricht wahrscheinlich einem Zettel A7 (zumindest bei mir).

Im Allgemeinen kann man sich den Prozess des Sparens auch sehr einfach vorstellen, denn das Ziel des Lebens ist die Optimierung der eigenen Lebensfreude. Das klingt sehr egoistisch, ist es aber nicht, denn für jeden bedeutet das etwas anderes. Man kann so beispielsweise die eigene Freude von der anderer Menschen abhängig machen und schon ist man sehr nett. Oder man kann wie du die eigene Freude im Aufstellen und nicht Beantworten von sinnlosen bis komplizierten Fragen sehen. Egal wie man es dreht, jeder versucht zu optimieren. Der eine das Gehalt, der andere seinen Eindruck auf andere Menschen und der dritte die persönliche Bestzeit auf 100m Entengang rückwärts.

Nach dieser Einleitung nun zur Antwort auf dein Problem. Der eigene Spaß \(F_L\) ist die Summe der Freude der Dinge, die du so tust. Jedem Ding \(D\) in deinem Leben kannst du eine Freude \(F_D\) zuordnen. Insgesamt erhälst du also
$$ F_L =  \sum_D^{Leben} F_D. $$
Diese Formel optimierst du nun, indem du deine \(D\) aus allen möglichen Dingen sorgfältig auswählst. Problem gelöst.

ABER so einfach ist es natürlich nicht, denn das Leben hat jede Menge Nebenbedingungen. Die für dich in diesem Zusammenhang wichtigste ist die folgende:
$$ Geld(Thilo) \ge \sum_D^{Leben} Preis(D). $$
Weiterhin ist zu sagen, dass kein Mensch sich darüber wirklich den Kopf zerbricht, denn wir wurden während unserer Erziehung und darüber hinaus mit mächtig gewaltigen Heuristiken ausgestattet, die ganz gute Arbeit leisten. So auch bei dir. Das Problem ist nun, dass du deine eigenen Filter hinterfragst. Und nicht etwa die kleineren Feineinstellungen, die jeder im Laufe des Lebens macht, so zum Beispiel, ob vier Euro wirklich zu viel für ein leckeres Hörnchen Softeis Schoko-Vanille gemischt sind. Nein, so etwas wäre dir zu einfach, du hinterfragst das gesamte System. Hier also mein Tipp:
Definition 3: Lass es. Du kannst es nicht ändern.
Es ist auch viel zu spät. Und eigentlich willst du es nicht ändern. Du fragst dich nur warum es so ist wie es ist.

Das einzige und beste was du tun kannst ist deinem Kind zu helfen ein System zu implementieren (das macht es natürlich wiederum völlig unbewusst), welches obige Optimierung halbwegs effizient ermöglicht. Viel Spaß dabei,
Schaanie

PS: LaTeX-Formeln auf dem eigenen Blog, ganz großes  \(F_{Blog}\).

Sonntag, 27. Mai 2012

Zwei Gerichte

Hey Pacerland,

zum Sonntag ein kurzer Beitrag zu einem meiner Lieblingsthemen. Dem Essen. Zwei Gerichte möchte ich mit euch teilen. Erstens, die Kreation "Scheitelträger mit Bart". Sie besteht aus zwei Stück Fisch, etwas Reis und einer leckeren Soße.

Gericht "Scheitelträger mit Bart"

Das zweite Gericht schuf ich passend zum sommerlichen Wetter. Es enthält etliche sehr leckere Zutaten, unter anderem überfälliges Hühnchen, Mais und Käse. Mit der Idee ein Ei unterzurühren war ich allerdings beim Kosten nur mittelglücklich. Name des Gerichts: "Sommerlicher Teufelskreis".

Gericht "Sommerlicher Teufelskreis"

Weiterhin möchte ich einige kurze Dinge bekannt geben:

  • Die Pacers habe diese Saison hervoragend abgeschnitten und konnten das Team aus Miami unerwarteterweise etwas ins Schwitzen bringen.
  • Ich bin vom 4. August bis 12. August in C und freu mich schon drauf.
  • Ich habe jetzt eine große Luftmatraze für Besuch gekauft und schon ne Woche ausgelüftet, denn sie stank fürchterlich nach Chemie.
  • Man glaubt gar nicht, wie nett Dublin bei gutem Wetter aussehen kann.
  • "Das ganze Leben ist ein Kampf gegen den Dreck." (U.W.)
Somit euch allen einen schönen restlichen Pfingstsonntag,
Schaanie

Irisch lernen in 17 Wochen

Lektion 4. Stellt euch vor ihr zieht aus, um das Fürchten zu lernen. Nun heißt euch der Küster, die Glocke zu läuten. Wenn es ein deutscher Küster ist, habt ihr nochmal Glück gehabt. Wenn er allerdings nur der irischen Sprache mächtig ist, wärt ihr ungemein aufgeschmissen. Da ihr aber fein Lektion 4 gepaukt habt, seid ihr bestens im Bilde.

Cloígin - Glocke
Beispielwortgruppe: An Cloígin Gorm - Die blaue Glocke

Samstag, 28. April 2012

Es gibt Reis

Hey Pacerland,

dies wird jetzt der wohl sinnloseste Blogeintrag der Welt, wenn nicht gar der Weltgeschichte. Jedenfalls war ich eben völlig perplex. Ich kochte mir ein leckeres Gericht in der Pfanne. Hühnchen, Zwiebeln, Tomaten, Pilze und eine Handvoll Gewürze und schon duftet es herrlich nach Speise. Einige der Zutaten, insbesondere das Hühnchen, sind schon über dem Verfallsdatum und liegen eine Woche offen im Kühlschrank, aber ich hoffe alles geht gut. Ich habe das Gericht "Lunge des einseitigen Rauchers" genannt.

Ein weiteres leckeres Gericht: "Lunge des einseitigen Rauchers".

Nun aber zurück zum eigentlichen Grund des Artikels. Wie ihr bereits gesehen habt, gibt es dazu Reis, wie ihn Helge Schneider nicht besser hätte besingen können. Und da ich von asiatischen Austauschstudenten in Binghamton die Quellreistechnik erlernen durfte, musste ich sie jetzt natürlich auch anwenden. Dabei schüttet man einen Teil Reis und genau zwei Teile Wasser in einen Topf, dreht die Hitze auf bis es kocht und dreht dann zurück auf eins und wartet bis bei geschlossenem Deckel das Wasser vollständig vom Reis aufgesogen wurde. Der Reis schmeckt dann wunderprima. Allerdings gelang das ganze heute nur mittel, weil ich ein wenig zu viel Wasser benutzt habe. Mit zu wenig Wasser klappt es übrigens auch nicht so gut (wer mag schon Reis al dente?).

Jetzt frage ich mich natürlich und schliesse damit den Bogen zum Ausgang dieses Artikels, warum es genau das Verhältnis 2:1 ist? Nicht 1,9:1 und auch nicht 2,1:1. Die 1,73:1 scheidet völlig aus. Die Natur mag eigentlich keine geraden Zahlen. Wieso also ausgerechnet hier diese Zwei. Zugegeben, es ist eine wunderschöne Zahl, aber man erwartet sie in dieser Situation einfach nicht.

Nun gut, ihr versteht meinen Punkt. Ich musste mich einfach mitteilen und habe jetzt wahrscheinlich ein paar Leser weniger.


Irisch lernen in 17 Wochen

Lektion 3. Wer kennt die Situation nicht, in der man plötzlich hungernd im irischen Wald steht und nicht weiß, ob man einen Hasen jagen darf, weil man sich eventuell im Wald des Königs befindet? Dieser stellt die Jagd natürlich unter Todesstrafe und den eigenen Kopf will man dann doch nicht riskieren. Hier nun also die Lösung: Man fragt einen Passanten und dabei greift man auf seine passablen Irisch-Kenntnisse zurück.

Rí - König
Beispielwortgruppe: Coill an Rí - Wald des Königs

Mittwoch, 25. April 2012

Edinburgh

Hey Pacerland,

Die Temperatur faellt auf 7 Grad Celsius und es regnet leicht. Der Schotte wischt sich den Schweiss aus der Stirn und verflucht die Hitze. ... Ich bin heute zu Besuch in Edinburgh. Leider nicht als Tourist und wir sind nicht ueber Glasgow gefahren.

Obzwar dieses Ortswechsels verlaeuft das Leben hier weitestgehend ereignislos. Zumindest passiert wenig, was schreibenswert ist und nicht der Geheimhaltung unterliegt. Doch. Ein was faellt mir ein: Sowohl der Ire, als auch der Schotte (und ich habe keine Ahnung wer noch) sagen zu halb acht "half seven". Und das ist fuer den gemeinen Sachsen eher etwas verwirrend.

Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, aber ihr wartet sicher alle ganz gespannt auf die naechste Lektion der irischen Sprache. Deshalb hier nun das zweite Puzzlestueck:

Irisch lernen in 17 Wochen

Diesmal gibt es wieder ein Wort, welches ich in der Strassenbahn aufgeschnappt habe. Es ist vortrefflich geeignet, um moeglichst schnell einen vorzueglichen Konversationswortschatz aufzubauen.

Droichead - Bruecke

Beispielwortgruppe: An Droichead Orga - Die goldene Bruecke

Montag, 9. April 2012

Galway

Hey Pacerland,

ich habe lange nichts geschrieben, aber es ist einfach nicht viel besonderes geschehen. Ich arbeite und das macht Spaß. Ich esse und das macht auch Spaß, ebenso Telefonate mit der Heimat und der tägliche Schlaf. Putzen macht gar keinen Spaß, insbesondere wenn sich in der Spüle auf dem dreckigen Geschirr der kleine häßliche Bruder des leckeren Waldpilzes breit macht und ich vorsichtshalber alles zweimal aufwaschen muss. Und das nach nur wenigen Tagen. Vielleicht sind eingetrocknete Speisereste doch die bessere Alternative zum Einweichen von Geschirr.

Nun aber zum eigentlichen Anlass des heutigen Artikels. Gestern habe ich einen Ostersonntagsausflug nach Galway an die irische Westküste gemacht. Anlass war das Galway Food Festival. Da ich mich vorher überhaupt nicht damit beschäftigt hatte, wusste ich auch nicht was mich erwartet. Nämlich zirka zehn Buden auf einem Platz die verschiedenstes leckeres Essen verkauften. Wer jetzt gleich an den Einsiedler Weihnachtsmarkt denkt, liegt sicherlich nicht völlig falsch. Ich fand insbesondere den Stand einer Fischereifirma gut, die kleine Brotstücken mit etwas Fisch darauf kostenlos verteilten. Nachteil des ganzen war allerdings, dass man nach 20 Minuten soweit alles gesehen hatte.



Aber Galway hat auch noch eine Bucht, eine Kathedrale und ein Fenster zu bieten. Nachdem auch diese Sehenswürdigkeiten vollständig augengeschienen waren, stand der Rückfahrt im Bus nach Dublin nur noch ein kurzer Pubbesuch im Wege. Insgesamt ne sehr schöne Sache, insbesondere da wir mit dem Wetter Glück hatten und es nur sehr leicht und mit Unterbrechungen regnete.

Zum Abschluss möchte ich noch zwei Bilder mit euch teilen. Zum einen der folgende Zeitungsausschnitt, den ich vor einiger Zeit in einer Zeitung fand, die in der Straßenbahn rumlag.


Und das zweite Bild entstand in der Fußgängerzone und soll Herrn Peter Southow aus Berlin als Vorbild dienen, wie man Musikinstrumente einfach selbst bauen kann.



Irisch lernen in 17 Wochen

Fast hätte ich es vergessen. Ich habe ein besonderes Highlight für meine Leser. Jede Woche werde ich ein irisches Wort und dessen Übersetzung posten. Leistungskontrollen und Diktate wird es leider nicht geben. Und ich kann nicht für die Korrektheit garantieren, da ich alles nur in der Straßenbahn "aufgeschnappt" habe. Nach 17 Wochen ist mein Wissen dann allerdings erschöpft und ihr müsst allein weiterlernen. Heute:

Capall - Pferd
Beispielwortgruppe: An Capall Dubh - Das schwarze Pferd

Sonntag, 25. März 2012

Kalifornischer Junge

Hey Pacerland,

ich hatte diese Woche beschlossen, dass ich einmal kochen möchte. Und zwar ein leckeres Essen mit richtigen Zutaten. Kein Brot mit Belag und auch kein Fertigprodukt sondern selbstgemachte Hausmannskost.

Heute war vortreffliches Wetter und ich wollte unbedingt ein wenig an die frische und vor allem warme Luft. Also habe ich einen Spaziergang zum Supermarkt unternommen und zwischendurch das erste Softeis der Saison verspeist. Das hat natürlich die Kreativität ungemein angeregt und ich habe mir ein Rezept selbst ausgedacht, welches ich mit euch teilen möchte. Ihr braucht dazu:

  • Eine halbe Cabanossi
  • Zwei Zwiebeln
  • Drei Tomaten
  • Frischkäse
  • Ca. 60g "Quick Cooking Noodles"
  • Scharfe Sauce in einer roten Flasche
  • Geriebenen Käse
Zuerst schneidet ihr die Zwiebeln in kleine Stücken und bratet sie, bis sie schön sind. Dann zerstückelt ihr die Cabanossi und bratet sie mit den Zwiebeln. Anschließend die Tomaten ebenfalls zerstückeln und dazu geben. Mit etwas Wasser die Konsistenz anpassen und mit der scharfen Sauce würzen. Zum Abschluss kann mit einem Löffel Frischkäse die Konsistenz noch weiter verbessert werden. Ich habe auch noch Salz und Pfeffer dazu gegeben, aber das ist glaube ich nicht so wichtig.

Nebenbei einfach die Nudeln kochen und dann wie im Bild anrichten. Nach dem Foto kann man mit dem Reibekäse die Konsistenz zum dritten Mal verbessern. Fertig ist das leckerste Gericht der Welt (zumindest für den heutigen Tag). Ich habe das Gericht "Kalifornischer Junge" genannt, weil es mal zum Friseur müsste. Ich habe mich der Sache spontan angenommen und nun sind alle Haare ab.

Kalifornischer Junge.
Mit einem klassischen Animationsfilm von 1951 kann man neben dem Essen noch etwas für die Allgemeinbildung tun und sich auf den Montag freuen.

Soviel von einem sehr satten Mir zum Sonntag Abend.
Schaanie

Samstag, 10. März 2012

Strumpfhosenpfennig

Hey Pacerland,

während ein Großteil der jungen männlichen Dubliner ihre grauen Jogginghosen gegen die guten dunklen Trainingshosen getauscht hat, um damit ihre Strumpfhosen-Freundinnen elegant auszuführen, habe ich mich entschlossen, dank funktionierendem Breitbandinternetanschluss meine Erfahrungen in die weite Welt zu senden. Damit meine ich natürlich diesen Blog. Wahrscheinlich denken jetzt einige "och, der Kerl lebt doch hinterm Mond", aber ich frage mich trotzdem an dieser Stelle, ganz spontan, wieso Strumpfhosen ohne weiteres Oberbekleidungstück zwischen Wade und Bauchnabel ein valider Ausgeh-Kleidungstil sind?

Ein Poncho kann nicht nur schick sein, sondern ist auch überaus bequem.

Der Frühling in Irland scheint sich dem Ende zu nähern. Sagen sich zumindest die ersten Löwenzähne, die sich auf den Wiesen zeigen. Ich bemerkte dies, als ich am Dienstag beschloss auf Arbeit zu laufen. An sich keine schlechte Idee, da ich mein Wochenticket samt Geldbeutel auf Arbeit liegen ließ. Zwei Stunden und fünf Minuten später kam ich dann auch an  und hatte feststellen müssen, dass von den 13km die letzten 6km die langweiligsten der Welt waren.

Ein Löwenzahn zeigt sich Anfang März.
Blüte eines Baumes.

Neues Thema:
"Wer den Pfennig nicht ehrt ist des Talers nicht wert."
Wer kennt ihn nicht den Spruch? So aufgewachsen, freut man sich in Deutschland immer, wenn man mal einen Cent oder gar mehr auf der Strasse findet. Dabei geht es ja weniger um den anzuhäufenden Reichtum, als vielmehr um die abergläubige Angst, dass sich ein zu geringes "Ehren" irgendwann in der Verringerung der "Taler" niederschlägt. In meiner Heimat passierte das, wenn sich Norman nicht gerade wieder einen Spaß erlaubte, gefühlte fünf mal im Jahr, weil ja jeder ein wenig drauf achtet nichts zu verlieren. Im Gegensatz dazu scheint der Ire seine Cents nicht hoch zu achten. Ich sehe beinahe täglich ein kleines Centchen im Staube liegen. Spontan ausgerechnet mit einem Cent pro Sekunde hat man am 8h-Tag seine 288€ verdient und kann sie direkt beim Rückenarzt hinterlegen.

Ich möchte heute mit einem Zitat aus meinem derzeitigen Leseobjekt schließen. Ich lese ungemein viel in letzter Zeit, was wohl mit der 45-minütigen täglichen Bahnfahrt zusammenhängt.
'We shall be murdered in our beds. We shall have our throats slid. [...] Would you come, monsieur, if we called you? Do you have a sword, monsieur?'
'I do not, madame.'
'I thought you would have a sword.'
'I am an engineer, madame. I have a brass ruler.'
'I dare say it might serve,' says Madame thoughtfully. 'If it is a large one.'
Schaanie

Sonntag, 4. März 2012

Sonntagsspaziergang

Hey Pacerland,

ein kleiner Nachtrag zum letzten Artikel. Da ich mir eine Pizza machen wollte, musste ich den Herd putzen. Nach dem Öffnen desselben erblickte ich weiteres Fett. Ich startete mit der Reinigung eines Backbleches. Im folgenden ein Bild zu Beginn dieses Vorgangs und ein weiteres Bild kurz bevor ich das Backblech in den Müll beförderte.

Dreckiges Backblech.
Fast sauberes Backblech. Aber eben nur fast.
Da ich die Pizza erwähnte, kann ich nur die schlesischen Würstchen aus der polnischen Sektion des Lidl empfehlen. Preiswert und lassen sich perfekt auf die Käsemargherita schnipseln.

So, aber nun ist es gut mit dem Dreck. Ich habe heute den Sonntag genutzt, um einen Spaziergang durch die Stadt zu machen. Die Höhepunkte habe ich fotographisch mit meinem Mobiltelefon festgehalten. Ein guter Fotograph wird aus mir wohl nicht mehr. Dazu solltet ihr mal auf Bastels Blog vorbeischauen (siehe rechter Bildrand). Auf jeden Fall gibt es viele Kirchen und Einkaufsmöglichkeiten. Am 9,95 € All-You-Can-Eat Chinese Buffet im St. Stephen's Green Shopping Centre fühlte ich mich magisch hineingezogen, aber ich werde es mir aufheben bis ich jemanden finde der mitgeht.

St. Patrick's Cathedral.

St. Stephen's Green Shopping Centre.

Christchurch, direkt gegenüber meiner Wohnung.

Nochmal Christchurch.
Heute gibt es also nicht viel Text, sondern nur ein paar Bilder. Wenn ich denn endlich Internet habe, kann ich auch wieder mal etwas schreiben. Apropos Internet, ich habe bisher zwei Vormittag Arbeit schwänzen müssen, und trotzdem haben die es noch nicht hinbekommen mich anzuschließen. Es muss nur der Hausmeister den Kabelfirmenjunge in den Keller lassen. Ich wusste es schon vor einer Woche (einem Kollegen ging es genauso), aber weder Hausmeister noch Kabelfirma haben mir geglaubt. Es musste erst alles seinen bürokratischen Gang gehen, ehe die Erkenntnis im System angekommen war. Nun muss ich Montag früh versuchen beide Parteien terminlich zusammenzuführen.

Nun gut, soviel von mir aus dem frühjährlichen Dublin,
Schaanie

Dienstag, 28. Februar 2012

Meer aus Fett

Hey Pacerland,

ihr wollt bestimmt immer interessante Geschichten über grüne Wiesen, kleine Kobolde mit Goldschätzen oder fröhliche Musiker im Pub lesen. Aber so stellt sich das Leben einem selten dar, noch nicht einmal in Irland. Ich warte jetzt schon drei Stunden zu Hause auf den Kurier, der die Internetbox vorbeibringen will.

Damit mir das Warten nicht zu lang wird, dachte ich mir ich führe die Putzarbeiten in der Küche weiter. Diesmal war der Hängeschrank inklusive Abzugshaube dran. Ich kann nur jedem empfehlen niemals so eine Haube zu öffnen. Ein Meer aus schwarzem Fett bot sich mir dar. Eine halbe Flasche Allzweckreiniger verpuffte nahezu wirkungslos und zwei stattliche Pfannenreinigungsschwämme mussten sich aus dem Berufsleben verabschieden. Also wenn ihr einmal vor einer solche Situation steht, bleibt standhaft und lasst die Haube zu, wischt ein- oder zweimal mit einem feuchten Lappen drüber und gut is.

Eine frisch geputzte Abzugshaube.

Der eine oder andere hat jetzt bestimmt Tipps auf Lager, die einem diese Arbeit erleichtern, aber ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich noch auf die Internetbox warte (ich schreibe diesen Artikel offline, und werde ihn später hochladen). Deshalb kann ich nur konstatieren:
Definition 2: Der heutige Mensch ist ohne Internet genauso hilflos wie ein Engländer auf dem Elfmeterpunkt.
Weiterhin muss ich bemerken, dass es zu meiner Spüle keinen Stöpsel gibt. Und nein, ich meine nicht den anderen Kumpel von Marcel J., sondern eine Wasserablaufsperre. Gibt’s einfach nicht. Mir wurde erzählt der Ire benutzt ne Schüssel, die er ins Becken stellt.
Und noch ein Punkt fällt mir ein. Wenn jemand weiß, wie eine Zanussi Turbodry WDT 1085 Wäsche trocknen kann, wäre ich über einen Hinweis glücklich.

Ich verspreche demnächst wieder über schöne Dinge zu schreiben,
Schaanie

Sonntag, 26. Februar 2012

Wohnung

Hey Pacerland,

so das ist nun also der erste Artikel aus der neuen Wohnung. Um ehrlich zu sein, bin ich im Moment gar nicht in der Wohnung, sondern um die Ecke im Internetcafé, weil die Internetfirma ein paar Tage braucht, um mich anzuschließen.

Den gestrigen Tag habe ich mit Einkaufen für die Wohnung und Putzen verbracht. Einen Teileinkauf tätigte ich im Penneys (so heißt Primark hier) und es war schon ein riesiges Ding. Aber ich bin wahrscheinlich die falsche Person, um über Shopping zu schreiben. Außerdem sind Bettlaken, Reinigungmittel und Corn Flakes nicht die üppigsten Themen.

Jervis Shopping Center.

Meine Wohnung selbst ist sehr gut gelegen aber wer auch immer für das Putzen vor meinem Einzug verantwortlich war, hat wahrscheinlich nicht viel Zeit damit verschwendet. So war beispielsweise das Eisfach komplett zugefroren. Da lag bestimmt schon ein Jahr nichts sinnvolles mehr drin. Ich werde wohl noch so einiges tun müssen, bis ich mich wirklich wohl fühle.

Weiterhin sind alle Räume allerliebst dekoriert, wie untenstehendes Foto beweist. Unter anderem besitze ich nun weiße Lilienfotos über meinem Sofa, kleine Keramikmalereien von Krakau im Schlafzimmerfenster und schöne Steinfotografien im Bad.

Die Defaultkonfiguration meines zugemauerten Kamins.

Zum Abschluss noch eine Ankündigung. Ich werde zum St. Patrick's Day die Heimat besuchen. Wäre wohl auch ein gutes Wochenende, um sich hier mal das Fest anzuschauen, aber da hier Wochenendfeiertage automatisch den darauffolgenden Montag ebenfalls zum Feiertag machen, bot sich das einfach an.

Viele Grüße,
Schaanie

Donnerstag, 23. Februar 2012

Wundervolle Impressionen

Hey Pacerland,

ich moechte heute nur zwei kleine Dinge loswerden. Zum einen konnte man aus den Kommentaren zu gestrigem Artikel herauslesen, dass es besagtes Kaeseschnitzel heute tatsaechlich in der Chemnitzer Mensa gab. Dank der modernen Telefongeraete folgt auch sogleich ein Bild davon. Ich kann es gar nicht ersehen, so laeuft mir das Wasser im Munde zusammen ...

Chemnitzer Kaeseschnitzel. Eine Delikatesse.

Weiterhin ist heute etwas wundervolles passiert. Ich habe auf Arbeit mehrere Zeiten gemessen. Ueber den Zweck des Ganzen moechte und darf ich hier natuerlich nicht schreiben. Jedenfalls war das Ergebnis schier unglaublich. Ich habe schnell einen Screenshot gemacht, damit man es mir auch glaubt. Nein, es war keine Zufallsmatrix in Matlab deren Werte einem Bild von Jesus aehneln. Es waren zwei Zahlen untereinander. Die dritte und vierte Zahl der Reihe fehlten leider, aber zwei fand ich schon erstaunlich genug.

Grosse Momente des internationalen Sports.
Bis spaeter,
Schaanie